Verfasst von: Bernd Sailer | Sonntag, 29 Juli 2007

Constant Multitasking Craziness – Der Kommunikations Overkill


Mich beschäftigt gerade ein Artikel aus der letzten Ausgabe von brand eins (7/2007) „Sie haben Ablenkung

Durch immer mehr Kommunikationsmittel / -wege wird unser Alltag zunehmend durch „Informations-Pings“ unterbrochen. Das hält nicht nur vom konzentrierten Arbeiten ab sondern beeinflusst auch unser Denken und Handeln auf drastische Weise.

Denkt man einige Jahre zurück so war es üblich, dass eingehende Informationen nicht unbedingt sofort bearbeitet wurden, die Erwartung auf der Gegenseite war dazu auch gar nicht da.

Der Artikel in brand eins bringt das ziemlich gut auf den Punkt:

Ein Brief war mindestens einen Tag unterwegs, meist mehrere. Eine Antwort wurde auch erst in ein paar Tagen erwartet. Eine Woche keine Antwort? Kein Problem. Beim Fax war es gängige Regel, dass der Informierte in ein bis zwei Tagen zurückfaxte. Bei der E-Mail sind es ein paar Stunden, und dank UMTS-Push-Mail gilt auch nicht mehr die Ausrede: „Ich war unterwegs.“ Bei SMS erwarten viele Sender die prompte Reaktion des Empfängers.

Der Erwartungsdruck einer prompten Reaktion bringt uns immer mehr unter Zugzwang sofort und umgehend zu reagieren. Ein zeitliches „planen“ von Antwort / Reaktion ist fast nicht mehr möglich.

Mit den Kommunikationsmedien und den Möglichkeiten der extremen Vernetzung im Web 2.0 Umfeld wird dieser „Informations-Overkill“ nochmals gesteigert. Extrem ist hierbei sicher auch das Vermischen von privaten, teilweise „unwichtigen“ Informationen mit business-relevanten Themen. Dadurch wächst nicht nur die Geschwindigkeit sondern auch die Menge der Informationen drastisch. Die Amerikaner nennen das dauernde, parallele Bearbeiten von Informationen CMC – Constant Multitasking Craziness.

Wo sind also die Mittel und Wege, die Möglichkeiten der schnellen und effizienten Kommunikation 2.0 zu nutzen ohne in der Informationsflut unterzugehen oder die Effizenz und Effektivität im Alltag zu verlieren ?

Hier gilt es sicherlich die für einen selbst Beste Lösung zu erarbeiten.

Einige gute Anregungen gab es aber auch in dem erwähnten Artikel von brand eins.

Klare Zeitfenster für die „Kommunikationsbearbeitung“ setzen war ein Vorschlag der sicherlich sehr sehr hilfreich ist. eMails nur 2 mal am Tag zu Lesen und zu bearbeiten (siehe Slow-E-Mail-Movement) ist eine weitere Idee, die sich spannend anhört. Das will mal in der Praxis getestet sein.
Auch der Ansatz, Informationen / Anfragen mit gewissem Inhalt (im Beispiel eMails zu Budgetfragen) erst nach einer „Nacht darüber schlafen“ zu beantworten könnte im Einzelfall auch helfen.

Alles in allem denke ich, dass wir uns Freiräume schaffen müssen, in denen die Kommunikationskanäle abgeschaltet sind oder die Infos in einen Puffer laufen. Konzentriert an Aufgaben zu arbeiten und dann wieder gezielt die Kommunikation aufgreifen ist, so sehe ich das für mich, der einzige Weg der wirklich hilft.

Andere Links zum Thema:

Bemailt oder bekifft (Fokus, 21.04.2007)
Darstellung Zeitfenster bei Unterbrechnung (Work-Innovation Blog)
The Slow Email Movement (ClearContext)

ergänzt am 18.10.2007

Bitte lesen Sie schneller! (Ein Beitrag von Klaus Eck / pr blogger)

ergänzt am 20.11.2007

Das Glück des Nicht-Wissens (Ein Beitrag von Christiane Schulzki-Haddouti)

 

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Responses

  1. […] 2 Artikeln bin ich direkt hängen geblieben. Nachdem ich ja schon vor einiger Zeit zum Thema “Sie haben Ablenkung” geschrieben habe, beschäftigt mich dieses Thema nach wie […]

  2. […] Hier kann man den ganzen Artikel von Bernd Sailer auf seinem Blog lesen […]

  3. […] Hier kann man den ganzen Artikel von Bernd Sailer auf seinem Blog lesen […]


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